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Treibladungspulver

Als Treibladungsmittel werden heute neben Schwarzpulver fast ausschließlich Nitropulver verwendet. Eine Ausnahme bilden hierbei die Schwarzpulver-Ersatzstoffe Pyrodex und TripleSeven. Die üblichen Treibladungsmittel (Nitropulver) unterteilen sich grundsätzlich in einbasige und zweibasige Sorten. Bei den einbasigen Pulvern handelt es sich um reine Nitrozellulose-Pulver. Die zweibasigen Pulver enthalten neben der Nitrozellulose einen entsprechenden Anteil an Nitroglyzerin.

Eine weitere wichtige Einteilung wird nach dem Abbrandverhalten vorgenommen. Schnell abbrennende Pulver werden als offensive Pulver bezeichnet. Langsamer brennende Sorten werden progressive Pulver genannt. Offensive Pulver lassen sich leicht zünden, brennen auch bei niedrigen Drücken sauber ab und setzen innerhalb kürzester Zeit große Gasmengen frei. Die offensivsten Pulversorten werden in Schrotpatronen und Faustfeuerwaffenpatronen verwendet. Die langsamsten Faustfeuerwaffenpulver sind etwa die schnellsten Büchsenpulver. Progressive Pulver ermöglichen bei den großen Büchsenpatronen erst optimale Leistungen. In den folgenden Kurzbeschreibungen wurde auf die Reihenfolge von den offensivsten zu den progressivsten Treibladungspulversorten geachtet.

Ein weiteres Unterscheidungsmerkmal ist die äußere Form, in der die Pulver angeboten werden. Diese Form, ob Kugel-, Röhrchen- oder Blättchenpulver, sagt allein nichts über das Abbrenn- verhalten oder die chemische Zusammensetzung aus. Allerdings lassen sich kugelförmige Pulver besser und genauer in Pulverfüllgeräten verarbeiten als dies bei langen Röhrchenpulvern der Fall ist. Bei vielen Pulvern sind die einzelnen Röhrchen allerdings so kurz geformt, dass auch hier ein gutes Verarbeiten in Pulverfüllgeräten möglich ist. Generell kann man sagen, dass das Füllgewicht bei Kugelpulvern höher ist als bei Röhrchenpulvern. Das heißt also, dass man in der gleichen Hülse gewichtsmäßig mehr Kugelpulver unterbringen kann als von Röhrchenpulver.

Da wir keine Kontrolle über die Art der Lagerung, die Verwendung, die Ladung oder den sonstigen Gebrauch der Treibladungspulver haben, nachdem es unser Lager verlassen hat, haften wir nicht für Schäden, die im Zusammenhang mit Lagerung, Transport oder Verwendung des Treibladungspulvers entstehen. Die in dieser Publikation genannten Treibladungspulver sind nur für das nichtgewerbliche Laden von Patronen für Jagd- und Sportwaffenmunition vorgesehen!

Angaben zum sicheren Umgang und zur sicheren Lagerung, Verwendung und Beseitigung (Verwendungsbestimmungen) von Treibladungspulver:
Der Explosivstoff darf bestimmungsgemäß nur als Treibmittel zum Laden und Wiederladen von Munition, basierend auf geprüften Ladedaten, verwendet werden. Beim Überlassen des Treibladungspulvers sind die Ladedaten beizufügen. Der Explosivstoff ist dicht verschlossen, kühl und trocken zu lagern. Die angegebene Lagertemperatur der einzelnen Hersteller ist zu beachten und befindet sich auf der Einzelverpackung. Liegt die Lagertemperatur in dem angegebenen Temperaturbereich und erfolgt die Lagerung in der Originalverpackung, so kann die angegebene, maximale Verwendungsfrist erreicht werden (meistens ca. 10-15 Jahre nach Herstellung). Kleinere Mengen des Treibladungspulvers können unter sachkundiger Aufsicht verbrannt werden, bei größeren Mengen ist vor der Vernichtung Rücksprache mit dem Hersteller oder Importeur zu nehmen. Zusätzlich gelten die allgemeinen Sicherheitsregeln beim Umgang mit Treibladungspulver.

Maximal zulässige Lademengen:
Die Lademengen in den Tabellen der verschiedenen Hersteller sind maximal zulässige Werte! Diese Angaben dürfen nur nach eigener Beurteilung und eigenem Risiko verwendet werden. Wir möchten ausdrücklich darauf aufmerksam machen, dass die angegebenen Maximalladungen keinesfalls überschritten werden dürfen. Wir empfehlen zuerst eine ca. 10 % geringere Ladung als die Maximalladung in der Tabelle aufgeführt, zu laborieren.

Neues GHS-System in der EU gemäß EG-Verordnung Nr. 1272/2008 seit 20.01.2009:
Ziel des GHS (Globally Harmonised System) ist es, erstmals ein weltweit einheitliches System zur Einstufung und Kennzeichnung von Chemikalien zu schaffen. Überall wo das GHS eingeführt wird, werden Chemikalien in Zukunft nach einheitlichen Kriterien eingestuft und gekennzeichnet. Was zum Beispiel giftig oder umweltgefährlich ist, trägt überall das gleiche Symbol.

Für Gemische (z. B. Treibladungspulver) ist die Einstufung und Kennzeichnung nach GHS ab dem 1. Juni 2015 verpflichtend. Ab diesem Zeitpunkt dürfen nur noch Treibladungspulver nach der neuen Kennzeichnung (rote Raute mit Gefahrensymbol) und mit den entsprechenden Gefahrenhinweisen (H-Sätze) und Sicherheitshinweisen (P-Sätze) in Verkehr gebracht werden.

Beispiel für Klasse 1.1 und 1.3:

 

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